Gespart. Und dabei Millionen verloren.
Ich habe eine Schulungsabteilung aufgelöst.
Die Entscheidung kam von oben. Ich war neu in meiner Position und noch im alten System aufgehängt. Die Abteilung war meine Verantwortung, aber die Entscheidung war es längst nicht mehr.
Die Abteilung hat Kundenschulungen angeboten. Direkt. Mit eigenem Umsatz. Und sie war Türöffner für andere Geschäftsbereiche, die ohne diese Schulungen keinen Zugang zu Kunden fanden.
Als sie weg war, fehlte beides.
5,5 Millionen Umsatz. Jedes Jahr. Dauerhaft.
Das Unternehmen hatte gespart. Und dabei ein Vielfaches verloren.
Zwei Wege. Beide mit Konsequenzen.
In der Krise stehen Geschäftsführerinnen, Geschäftsführer und CEOs vor einer Grundsatzfrage.
Weg eins: Abbau. Kosten sinken schnell. Die Bilanz atmet kurzfristig auf. Was dabei still verschwindet, steht in keiner Tabelle.
Die Panopto Workplace Study hat 2018 über 1.000 Unternehmen untersucht. Das Ergebnis: 42 Prozent des Wissens, das eine Person in ihrer Rolle trägt, existiert ausschliesslich bei ihr. Kein Handbuch. Kein Übergabeprotokoll. Wenn sie geht, ist es weg.
Studien belegen zudem: Unternehmen, die in der Krise abbauen, schneiden langfristig schlechter ab als ihre Konkurrenz. Der kurzfristige Entlastungseffekt wird durch Vertrauensverlust, sinkende Innovationskraft und höhere Folgekosten aufgefressen.
Der Ersatz eines Mitarbeitenden kostet zwischen 50 und 200 Prozent des Jahresgehalts. Wer abbaut und danach wieder aufbaut, zahlt doppelt.
Weg zwei: Teams einbinden. Mitarbeitende als Partner in die Lösung holen. Gemeinsam Wege aus der Krise entwickeln.
Wer das geschafft hat, macht es seit 50 Jahren. Und zwar mit messbaren Zahlen
50 Jahre Beweis.
Handelsbanken, eine schwedische Grossbank mit rund 450 Filialen, hat seit Jahrzehnten konsequent auf Dezentralisierung gesetzt. Jede Filiale entscheidet lokal, nah am Kunden, nah am Markt.
Das Ergebnis: Zwei grosse Wirtschaftskrisen ohne staatliche Rettungspakete, während Konkurrenten zusammenbrachen. Eine Kostenquote von 37,2 Prozent gegenüber dem Branchendurchschnitt von 42,1 Prozent. 2024 von Global Finance zur sichersten Geschäftsbank Europas ernannt.
Konsequentes Vertrauen in die Menschen, die nah an der Realität sind.
Abbau oder Einbinden?
Abbau fühlt sich nach Kontrolle an. Er ist messbar, schnell und sichtbar.
Einbinden fühlt sich nach Risiko an. Es braucht Vertrauen, Kommunikation und die Bereitschaft, Unsicherheit gemeinsam zu tragen.
Welcher Weg ist riskanter?
Die Antwort hängt davon ab, welchen Zeithorizont man wählt.
Wenn du gerade vor dieser Entscheidung stehst oder kurz davor warst: Melde dich gerne.
Das ist Teil 1 von 2.
Im zweiten Teil geht es um die Frage, die gerade in jedem Boardroom gestellt wird: Was kann KI wirklich ersetzen, und was geht beim Abbau unwiederbringlich verloren? Und warum der Druck von Investoren und Boards CEOs gerade in eine Falle treibt, die sich erst Jahre später zeigt.
